Schilddrüse und Stoffwechsel ab 50: 12 Minuten Yoga
Man friert, während die anderen das Fenster aufmachen. Man ist müde, obwohl die Nacht in Ordnung war. Und alles fühlt sich zäher an als früher, das Aufstehen, das Denken, der ganze Tag.
Das bildest du dir nicht ein. Ab fünfzig läuft der Stoffwechsel wirklich langsamer.
Ich bin Nicole. Seit dreißig Jahren unterrichte ich Yoga, und für die Übungen hole ich mir das Physio-Extrawissen von meinem Mann Jörg dazu. Hier erkläre ich dir zuerst, was dahintersteckt. Danach bekommst du eine Einheit von zwölf Minuten, die den Stoffwechsel anregt.
Die Schilddrüse gibt das Tempo vor
Vorne am Hals, direkt unter dem Kehlkopf, sitzt die Schilddrüse. Wie sie genau funktioniert, ist für den Alltag gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist das, was du merkst, wenn sie träger arbeitet als früher.
Denn Wärme entsteht nicht von allein. Sie entsteht, wenn im Körper etwas läuft. Läuft weniger, wird dir schneller kalt, und die Müdigkeit bleibt, auch wenn du genug geschlafen hast.
Das Gute daran: Der Stoffwechsel reagiert auf Reize. Auf Bewegung, auf Wärme und auf den Atem. Genau damit arbeiten wir gleich.
Ein Hinweis vorweg
Wenn du das Gefühl hast, da steckt mehr dahinter, dann lass einmal deine Schilddrüsenwerte beim Arzt überprüfen. Eine Unterfunktion ist eine Diagnose und kein Trainingszustand, und Yoga ersetzt das nicht. Die Übungen hier tun dir daneben trotzdem gut.
Die Einheit: zwölf Minuten für den Stoffwechsel
Du brauchst nur eine Matte. Setz dich hin, wie es dir passt: in den Fersensitz, im Schneidersitz, mit langen Beinen oder auf einem Stuhl.
1. Arme und Klatschen, ab 1:26
Einatmen und die Arme nach oben nehmen, ausatmen und die Arme nach unten. Fang langsam an. Achte darauf, dass das Schambein vorne ist und der Rücken Halt hat.
Dann wirst du nach und nach schneller, und ab da klatschst du mit. Ruhig laut. Mach es zügig genug, dass wirklich Wärme entsteht. Augen offen oder geschlossen, wie du magst.
2. Kopf und Nacken, ab 2:57
Nimm die Arme nach unten vor dein Herz. Dann einatmen und den Kopf nach hinten nehmen, so weit wie es für dich in Ordnung ist. Ausatmen und den Kopf nach vorne.
Wenn du mehr möchtest, nimm beim Einatmen die Arme schräg nach vorne und beim Ausatmen wieder zum Herzen zurück.
Lass dabei den Kiefer locker, auch wenn der Kopf nach hinten geht. Ein verspannter Kiefer zieht den Nacken mit.
Ist dein Nacken ohnehin hart, mach vorher die Einheit für Schulter und Nacken. Sieben Minuten, im Sitzen.
3. Becken heben und senken, ab 5:02
Geh in die Rückenlage, stell die Beine hüftbreit auf und leg die Arme neben den Körper. Spür deine Füße auf dem Boden.
Einatmen und das Becken Wirbel für Wirbel nach oben rollen, ausatmen und Wirbel für Wirbel wieder nach unten. Wenn du drin bist, darf es schneller werden, dann geht der Atem von allein mit. Oder du bleibst langsam und dafür ganz konzentriert.
Zum Abschluss lässt du das Becken oben, das Schambein ist der höchste Punkt. Die Füße bleiben fest auf dem Boden, und du atmest dreimal tief ein und aus.
4. Aufrollen im Liegen, ab 6:38
Lass das Becken sinken, geh kurz ins Hohlkreuz und drück dann den unteren Rücken auf den Boden. Falte die Hände, bring sie hinter den Kopf, Ellenbogen leicht gebeugt, das Kinn zum Kehlkopf.
Einatmen und nach oben kommen, ausatmen und wieder ablegen. Schließ dabei ruhig die Augen und bleib beim Atem.
5. Drehung im Sitzen, ab 8:32
Setz dich auf, strecke das linke Bein aus und stell das rechte darüber. Zieh das Sitzfleisch noch einmal nach hinten und setz dich gerade hin.
Nimm die linke Hand oder den linken Ellenbogen. Und wenn der Bauch im Weg ist, dann greif ihn dir und dreh ihn mit. Richte dich auf, nimm den Arm nach hinten, das Kinn zum Kehlkopf. Ausatmen und den Kopf drehen, einatmen und wieder zurück.
Dann die Beine wechseln und zur anderen Seite. Es kann gut sein, dass du dich auf einer Seite weiter drehen kannst als auf der anderen. Nimm das einfach zur Kenntnis, so ist es gerade.
6. Nachspüren, ab 11:21
Komm in den Meditationssitz, den Fersensitz oder auf den Stuhl. Vielleicht ist dir jetzt wärmer. Vielleicht spürst du, dass du wacher bist. Genau das ist der Stoffwechsel, der in Gang gekommen ist.
Für alle, die es genauer wissen wollen
Zwei Dinge nebenbei. Im Yoga sitzen in den Handflächen Energiepunkte, die Handchakras. Deshalb klatschen wir am Anfang, statt die Arme nur zu heben. Und der Bereich der Nieren gilt im Yoga als Energiespeicher. Wenn du das Becken oben hältst und ruhig weiteratmest, arbeitest du genau dort.
Was ich dir vorschlage
Der Stoffwechsel ist kein Schalter, den man einmal umlegt. Er reagiert auf das, was regelmäßig passiert.
Mach diese Übungen einfach die nächsten zehn Tage. Einfach so, ohne etwas zu erwarten. Und danach schau, ob sich etwas verändert hat.
Neue Übungseinheiten für Rücken, Nacken und Hüfte, ab 50. Ich schicke sie dir per Mail, damit du nicht daran denken musst.
Und falls du lieber mit jemandem übst, der dich sieht und dir eine Variante gibt, wenn etwas nicht passt: Im Yoga Live-Club üben wir dreimal pro Woche gemeinsam, live von zu Hause aus. Den ersten Monat schenke ich dir.